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Alldeutschland, Substantiv, Neutrum, Toponym. Alldeutsches Konzept und Staatskonstrukt im Sinne eines völkischen Rassestaates, in dem die Deutschen das herrschende Element darstellen würden.

Dieses Staatskonstrukt fußt im Wesentlichen auf der alldeutschen Idee, auf Wunschvorstellungen der Alldeutschen Bewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Alldeutschlands Basis sollte Großdeutschland darstellen, die aus Deutschland, dem deutschen Nationalstaat, und Deutsch-Österreich, der österreichischen Reichshälfte, gebildet werden. Also die Minimallösung der nationalen Frage der Deutschen aus dem Jahr 1848/49. Dem angeschlossen werden sollte das restliche geschlossene deutsche Sprach- und Siedlungsgebiet, das heißt, alle deutschsprachigen Gebiete, die außerhalb Großdeutschlands lagen. Alldeutschland sollte letztendlich ein föderaler Bundesstaat werden, in dem der Rasseantisemitismus eine große Rolle spielen würde: Das Judentum wäre dort zu entmachten und größtenteils zu entfernen, da Alldeutschland als deutschblütiger Staat, also als arischer Rassestaat, konzipiert war.

Im Zuge des I. Weltkrieges (1914–1918) bekam der Begriff Alldeutschland einen imperialen Zug, als nun die Alldeutschen, namentlich der Alldeutsche Verband (Deutschland) und die Alldeutsche Vereinigung (Österreich-Ungarn) begannen, auch nichtdeutsche Gebiete für ihr Alldeutschlandkonzept einzufordern: So sollten bis 1950 neben den heutigen Beneluxstaaten auch das französische Lothringen und die Schweiz sowie Liechtenstein einverleibt werden.

Ziel der Alldeutschen war es, die deutsche Westgrenze von 1618 wiederherzustellen. Allerdings blieb es der Schweiz freigestellt, ob sie gesamtstaatlich oder nur mit ihrem deutschen Landesteil (der Deutschschweiz) ihm angehören wolle.

Im Osten sollte Alldeutschland bis an den westlichen Bug reichen und im Südosten Ungarn miteinschließen. Der dortigen Bevölkerung, den Slawen und Magyaren, war die Rolle von den Deutschen untergeordneten Volksgruppen angedacht, die diesen zu dienen hätten.

Im II. Weltkrieg (1939–1945) war Alldeutschland in der Form des Großdeutschen Reiches bis 1942 größtenteils verwirklicht.

Etymologie

Alldeutschland ist ein Kampfbegriff und politisch-ideologisches Schlagwort der Deutschnationalen Bewegung des frühen 19. Jahrhunderts, als das deutsche Sprachgebiet größtenteils vom napoleonischen Frankreich besetzt war. Bedeutung war: Alle deutschen Staaten in einem zentralistisch-unitarischen Nationalstaat zu vereinen.

Siehe auch

  • alldeutsche Idee
  • großdeutsche Idee
  • deutscher Nationalismus
  • Rassenlehre
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