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Blut, Substantiv, Neutrum, germanisches Stammwort, das im medizinisch-biologischen Sinne verwendet wird und das im 19. Jahrhundert von der Völkischen Bewegung zum „Träger von Rasseneigenschaften“ ideologisiert und stilisiert wurde.

Medizinisch-biologische Bedeutung

Im menschlichen wie zum Teil in tierischen Körpern ist Blut umlaufende Flüssigkeit, die im obsoleten Sprachgebrauch auch „flüssiges Gewebe“ bezeichnet wurde und die für den Sauerstofftransport im Körper zuständig ist. Ferner dient sie dem Abtransport von Schlacken und transportiert Kohlendioxid in die Lunge sowie Nährstoffe zu den entsprechenden Geweben und Organen.

Blut besteht aus roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sowie aus Blutplättchen (Thrombozyten).

Sind rote und weiße Blutkörperchen im richtigen Verhältnis (4,5 Mio. pro mm³ zu 6000 bis 8000 pro mm³), dann gilt das menschliche Blut als gesund. Blutplättchen sind für die Gerinnung zuständig, derweil Blut sich aus Blutplasma, welches sich zu 90 % aus Wasser, Eiweißen (Fibrinogen, Albumine, Globuline), anorganischen Salze und Transportstoffen zusammensetzt. Jedes seiner Bestandteile dient speziellen Aufgaben im Körper. Der erwachsene Mensch verfügt etwa zwischen 5 und 6 Litern und bei Menschen und humanoiden Lebewesen sowie bei Wirbeltieren hat Blut eine rötliche bis rote Farbe, bei einigen Würmern dagegen ist Blut grün, Krebse, Schnecken und Tintenfische besitzen blaues Blut. Bei den meisten Tierarten ist Blut jedoch farblos.

Völkische Bedeutung

Seit der Etablierung der Rassenkunde galt Blut als Träger vererbbarer und unveränderlicher Rasseneigenschaften, die Menschen diversen Rassenkreisen zuordnete. So wurden die in der Rassenkunde vertretenen Menschenrassen als „Blutgemeinschaften“, also als Abstammungsgemeinschaften, deklariert.[1] Von diesen Menschenrassen seien einige wertvoller als die andere, die sich als „minderwertige Rasse“ der von der Rassenkunde auserkorenen „höheren Rasse“ unterzuordnen hätten.

Deutschvölkische Kreise wie Alldeutsche und Nationalsozialisten machten das Wort „Blut“ zum ideologisch-politischen Schlagwort und Kampfbegriff: „deutschblütig“ war eine Umschreibung von arisch, deren Hauptträger die Deutschen seien. So die damalige Auffassung. „Artfremde“ wie Juden, Zigeuner oder slawische Völker seien blutsmäßig nicht so rein, dass sie den Arischen gleichgestellt seien. Vielmehr seien sie aus der deutschen Gesellschaft zu entfernen und hätten lediglich die Rolle von Sklavenvölkern zu übernehmen.

Den Deutschen gleichgestellt waren „artverwandte Völker“ wie West- und Nordgermanen, aber auch Teile der Romanen.

Etymologie

Blut ist ein germanisches Stammwort, das sich aus protogerm. *blōda „Fließendes“ ableitet und uns über ahd. bluet und mhd. bluot überliefert wurde. Die indogermanische Wurzel dieses Wortes ist wohl in *bhel „schwellen, platzen, fließen“ zu suchen.

Siehe auch

  • Blutgruppen
  • Blutgemeinschaft
  • Blutsbrüderschaft
  • deutschblütig

Literatur

  • Zentner, Christian – Bedürftig, Friedemann (Hrsg.): Das große Lexikon des Dritten Reiches, Südwest Verlag 1985, ISBN 3-517-00834-6.

Fußnote

  1. Das große Lexikon des Dritten Reiches, Eintrag „Blut“, S. 79.
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